..so ist das..

(Froschis Welt. Garantiert Weidenkätzchen-frei.)

Sonntag, 28. September 2003, 12.43 Uhr

Ich kann der Menschheit etwas geben: Oh.. my.. God!! Ich habe die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht! Größer als die Pyramiden! Bedeutsamer als der Olymp! Wichtiger als das Rad! Wobei das schon relativ knapp ist, da das Rad nicht direkt unwichtig ist. Wenn auch meist in luftgefüllter Form, am unteren Ende eines Blechkleids. Aber ich will nicht abschweifen. Meine Entdeckung. Richtig. Es ist.. ein Trommelwirbel wäre meiner Meinung nach angebracht.. danke.. der nahezu unsterbliche Pudding! Er wird sein, wenn die Menschheit nicht mehr ist. Er wird den Gezeiten trotzen, der atomaren Bedrohung ins Gesicht lachen, dem Tod von der Sense springen - dieser Highlander unter den Puddings braucht keine Zeitmaschine, er existiert außerhalb von Raum und Zeit. Er hohnlacht Physiker in ihrer ach so menschlichen und ausgesprochen sterblichen Hülle aus. Er wird unser Erbe sein, wenn die Fremden kommen. Und sie bräuchten nur noch 500ml Milch und 50g Zucker hinzuzufügen um zu wissen, welche Gaumenfreuden der Homo Sapiens mit seinen primitiven Händen zu schaffen imstande war. Dieser Pudding-Gesandte ist unsere private Zeitkapsel - hier der fotografische Beweis. Davon können noch unsere Kindeskindeskindeskindeskindeskindeskindeskindeskinder sprechen. Und die danach bestimmt auch noch.

Nun.. jedenfalls könnten sie es.. wenn ich mir diesen Pudding nicht gerade kochen würde. Schade eigentlich. Ob ich damit die Zukunft der Menschheit in Gefahr gebracht habe?

Froschi

Freitag, 26. September 2003, 11.47 Uhr

Ich tippe wie ein Wolf: ..wie mir vorhin aufgefallen ist. Um das zu untermauern, und zu beweisen, dass ich tatsächlich auch was für mein Geld mache, habe ich ein Rudel meiner Berichte verlinkt. Walk this way: Zeug -> Aktuelles -> »..ich schreibe«. Für den Fall, dass ihr viel zu lesen braucht oder so.

Ich hatte recht, ich hatte recht: Jawoll, ich werde wirklich krank: rennende Nase, Dauernieser, Schwindelgefühl - juchei! Pünktlich zum Wochenende, wie bestellt. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Mag jemand ein paar zertifizierte Qualitätsviren haben? Ich bürge für ihren hervorragenden Stammbaum, sie sind brandneu, in perfektem Zustand und haben lustige Fühler. Mindestens zwei! Außerdem ist die Farbe variabel, die Menge praktisch unbegrenzt und die Artenvielfalt für sich selbst sprechend. Dieses Angebot gilt nur noch kurze Zeit, schlagen Sie also zu, solange es noch genug gibt.

Froschi

Donnerstag, 25. September 2003, 13.58 Uhr

Ich fühle mich matt: ..und unwitzig. Bin irgendwie halbkrank. Das ist eine Mischung aus professioneller Hypochondrie und pessimistischen Zukunftsvisionen. Ich weiß, dass ich in Kürze krank sein werde. Und dieses Wissen bewirkt irgendwelche psychosomatischen Reaktionen, die dann schlussendlich zum vorausgesehenen Zukunftsbild führen. Eine Art interaktives Leben. Hat bestimmt auch was mit Drüsen zu tun. Und verstopften Nasen. Brr. Muss You don't know Jack 4 spielen. Das hilft. Bin unbesiegbar. Ziemlich.

Froschi

Montag, 22. September 2003, 09.44 Uhr

Ich lebe, ich lebe: Unser Bulgarien-Urlaub ist vorbei, wir sind heil wieder im Lande. Ich werde jetzt nicht viel dazu schreiben, weil ich große Pläne (und vier A4-Seiten voller Stichworte) habe. Hoffentlich bis Ende der Woche. Aber eines nur, als Warnung und Lebenstipp gleichermaßen: meidet bulgarische Airlines! Ich meine das ernst: wenn Ihr Spaß am Leben habt, meidet bulgarische Airlines! Ich bin wirklich schon oft geflogen, aber derartige.. nun.. »Landungen« habe ich echt noch nie erlebt. Wenn Piloten langweilig ist.. argh..

Ich liebe München: Großartig. Der üblich nervige Arbeitsweg hielt zum heutigen Einstand gleich ein paar nette Überraschungen bereit: eine Baustelle, einen die rechte Spur blockierenden Müllwagen, einen die rechte Spur blockierenden Bau-LKW, und zur Krönung des ganzen drei Unfälle (!!! (ja, 3! (ich verwende absichtlich drei Ausrufezeichen, um die Schwere meiner Aussage zu unterstreichen. Ist sonst nicht meine Art (aber Klammern mag ich)))). Drei. Mit denen ich nicht die Bohne zu tun hatte. Drei Saftnasen, die sich zwischen »angehaucht« und »hui, sieht aber böse aus« lieb hatten. Achja.. es ist schön, wieder zuhause zu sein. Auf die anderen, wohl mittlerweile obligatorischen Wiederkehr-Freudigkeiten gehe ich jetzt mal nicht näher ein: Rechner streikt, neues RAM streikt.. jaja..

Ich fühle mich betrogen: Schon seit einiger Zeit bemerkte ich einen gewissen Verlust an 5k|llz bei diversen Spielen. Ich schob das auf das Alter, den fortschreitenden Tatter und die Sonne, die mich beim Spielen blendete. Doch seit heute weiß ich es besser: ich bin guter als eh und je, habe die ruhigsten Hände der Welt und ein wundervolles Alter. Die Sonne bleibt doof, das ist wahr. Aber: ich habe kein vernünftiges Mauspad mehr, seit mich mein treues Everglide schmählich im Stich ließ. Everglide - HA! Die Maus darüberzuführen erinnert momentan an besagte »Belagwechsel«-Straßen an der Ostsee, es ist eine Schande. Und Betrug obendrein! Everglide, was? Rubbelig wie Sandpapier, geschmeidig wie ein Jahr altes Pommes-Fett. Wenn ich Ami wäre, würde ich jetzt Gott und die Welt verklagen. So begnüge ich mich mit einigen Schluchzern in Richtung Himmel und dem Kauf eines Billigpads. Mir doch wurscht.

Froschi

Freitag, 12. September 2003, 11.21 Uhr

Ich spreche Worte der Weisheit:

Der neue Pfad Gottes..

Und wir sind schon wieder unterwegs. Dieses Mal mit der Mission einheitlicher Körperbräune gesegnet. Gerüchte besagen, dass Bulgarien ein Freund solcherlei Unterfangen ist - wir werden sehen, wir werden sehen. Falls dem nicht so sein sollte, können wir immer noch große Teile des Tages im Pool abhängen und uns einen all-inclusive-Drink nach dem anderen hinter die Birne kippen. Was prinzipiell auch nicht der schlechteste aller möglichen Pläne ist.

Ich jammere: Natürlich. Jetzt will ich doch wieder den Sommer zurück. Aber das ist gar nicht der Hauptgrund. Vielmehr ist es die Tatsache, dass scheinbar jeder, der sich für interessant genug hält, momentan eine Biographie veröffentlichen muss - selbst wenn er, wie im Falle Daniel K., noch nicht mal genug Schamhaare besitzt, über deren Vergangenheit er schreiben könnte. Wie auch immer. Natürlich folgt in Kürze die Schönheit des Lebens von hey-ich-hab-gewonnen!-Superstar Alex »Claw« Klaws, und natürlich die obligatorische alles-Lüge-alles-Scheiße-Gegenbiographie von Daniels Bruder. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Werke des Onkels, des Schwippschwagers und des Bürgermeisters von Wanne-Eickel zu diesem Thema erscheinen. Vermutlich muss irgendwie jeder aus oder in der Nähe des Bohlen-Clans befindliche ein Buch schreiben. Vielleicht sollte ich das auch tun. »Ich lebe meine Zähne«. Von Froschi. Ich werd reich wie Scheich.

Froschi

Mittwoch, 10. September 2003, 12.27 Uhr

Ich bin .. ähm.. spät dran: Da schau her, wie die Zeit vergeht. Eben denkt man noch »Urks, Montag!«, im nächsten Moment frohlockt man dem Wochenende entgegen. Muss irgendwas mit Drüsen zu tun haben.

Ich bin der mutigste Mann der Welt: Ich plane nämlich ein Selbstexperiment. Ein linguistisches. Der Satz »Hallo, ich verkaufe diese tollen Lederjacken!« wird zuerst durch den AOL-Translator, dann durch den Schwabe-Translator und anschließend noch in l334-5p34k übersetzt. Das Resultat plane ich dann vor der Gesellschaft zu Erhaltung der Schönheit der deutschen Sprache eV. vorzutragen - rückwärts, mehrmals, laut. Mal sehen, was passiert. Nein, mir ist nicht langweilig. Solche Ideen kommen einem immer dann, wenn man von gleichwertig ordentlich betrunkenen Leuten umringt ist - wie Samstag geschehen. Ich liebe Geburtstagsfeiern.

Froschi

Freitag, 5. September 2003, 14.48 Uhr

Ich bin weg: .. und es geschah, dass Freitag ward. Der Ausflug in die Heimat steht kurz bevor, die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Feierwetter entwickelt - momentan sieht es ja sehr viel versprechend aus. Also: nachträglich wünsche ich mir zum Geburtstagnachfeiern wundervoll wärmenden Sonnenschein, mit einer leichten, ungemein erfrischenden Brise. Einem frisch 27 gewordenen kann man doch nix abschlagen, oder? Mit den Augen..? Bis Montag!

Froschi

Donnerstag, 4. September 2003, 09.53 Uhr

Ich lerne ständig dazu: Gestern war Tag der Skurrilitäten: in den Emergency Room-Werbepausen konnten wir es uns natürlich nicht verkneifen, immer wieder mal zu RTL zu zappen, und den Beginn der neuen Superstar-Inkubation zu verfolgen. Großartig. Fremdschämen pur. Ein Typ, der nach drei bis vier Maß von jedem gesagt bekommt, dass er ganz toll singt, stürmt Peace-zeichend die Bühnen-Front, massakriert den Gehörgang der Anwesenden, muss sich sagen lassen, dass er grottenschlecht ist, verlässt den Raum, aber gibt nicht auf: »Denen zeige ich's! Jeder sagt mir, dass ich toll singe!« - und es ging in eine von keinem gewollte zweite Runde. Aber das war alles nichts im Vergleich zu Missy Li'l Kim Sluttybitch, die mit unbegreiflicher Frisur, weißem Minikleid, Michael Knight-Sonnenbrille und auf wackeligen Rollschuhen reingekullert kam, vorher irgendwas von »Ich bin bereit! Ich hab's drauf! Ich kann's! Die werde ich wegfegen!!« in die Kamera sabberte, und sich dann tatsächlich nicht zu blöd war, irgendwelche »Lick my pussy, suck my pussy!«-Rapversuche zu starten, während sie auf den Knieschonern den Bühnenboden scheuerte. Hinterher folgende Kommentare wie »Ja, bin isch jetzt weiter, oder was?«, »Fuck this shit, Fuck this shit!«, »Ey Mann, isch hap Dein Produkte gegauft, jedschd produdsier misch halt!« und ein nicht enden wollendes »I'm done!« (von jetzt an verstehe ich Zeitgenossen, die in übertriebener Anglizismen-Nutzung den Tod der deutschen Sprachkultur sehen) wurden nur von ihrer Abschlußdrohung gekrönt, die ich ab sofort voller Stolz in meinen Wortschatz integriere: »Geh ich halt zu Popstars!«. Fantastisch. Die wird es weit bringen, Müllabfuhr oder so. Wir Zahnarzttöchter kennen uns damit aus.

Froschi

Mittwoch, 3. September 2003, 10.25 Uhr

Ich bin eine Frau: Juhu, es ist erstaunlich - gegenüber meinem Büro wird an dem Haus das Dach neu gemacht. Dort rennen die Dachdecker mit freiem Oberkörper rum und ich sitz hier mit meinem Rollkragenpulli und überlege, ob ich die Heizung anmachen soll oder nicht. Andererseits lässt es sich nicht verleugnen, dass ich doch schon allein bei dem Anblick, der sich mir da draussen auf direkter Augenhöhe bietet, ins Schwitzen kommen sollte. Bin ich schon dermaßen abgestumpft? Das muss getestet werden.. bringt mir Brad Pitt, George Clooney, Jon Bon Jovi.. ist alles für nen guten Zweck, ich will sie ja nur ankucken, ehrlich....

Peg

Mittwoch, 3. September 2003, 10.25 Uhr

Ich bin Zeitreisender: Doch schon wieder Mittwoch? Doch schon September? Nanu. Irgendwie meint mein Körper etwas anderes, und versetzt mich in einen Dauer-Sonntag-Zustand, ähnlich Bill Murray in »Und täglich grüßt das Murmeltier«. An sich keine unpraktische Sache, nur irgendwie spielt da meine Mitwelt nicht mit. Schade eigentlich. Sonntage für alle!

Ich bin Feminist: Habe gerade nochmal das grandiose Eröffnungskonzert der diesjährigen GC Revue passieren lassen. Und dabei ist mir irgendwie aufgefallen, dass es erstaunlich wenig weibliche Komponistinnen gibt - eigentlich gar keine, irgendwie, in meiner kleinen, mit Wissen vollgestopften Welt. Ich rede jetzt nicht von Hüftgelenkauskuglerinnen, die die deutschen Charts tyrannisieren. Auch nicht von Frauen-mit-Schmerzen wie Tori Amos oder Heather Nova (die ich sehr bewundere!). Sondern ich meine orchestrale Komposition, gleichwohl in normaler Aufführung als auch in Spielen. Wir kennen alle Bach, Mozart, Händel, Orff und Tschaikowsky - aber federführende Frauen? In dem Zusammenhang ist auch ein gewisser Mangel an weiblichen Programmierern auffällig: Corinne Yu, Gwen Musengwa und Carol Shaw, mehr kenne ich nicht. Sollten Frauen nicht zumindest im künstlerischen/abstrakten Gebiet die Brust vorne haben? Wozu all die Jahre der Emanzipation, wenn's doch nix bringt? Vergebliche Liebesmüh..

Ich bin Werbeträger: Markus bringt es auf den Punkt: die GC war kein Zuckerschlecken.

Froschi