..so ist das..

(Froschis Welt. Garantiert Weidenkätzchen-frei.)

Montag, 30. Juni 2003, 11.05 Uhr

Ich bin irritiert: Was zum Henker macht plötzlich Phoenix auf der Frequenz von MTV2? Gibt es etwas schlimmeres als morgens in freudvoller Erwartung nicht-ganz-so-anspruchsloser-Musik die Fresse von Hans Eichel zu erblicken? Ich glaube nicht. Moment.. doch.. ich habe Angie Merkel nicht gesehen. Kann doch nicht so schrecklich gewesen sein.
Es geht natürlich auch skurril: panikbasierte Tipp-Zuckungen auf der Fernbedienung irrleiteten mich zu Tele5, wo ich erstmals seit ca. 20 Jahren wieder He-Man erblickte. Mal von einem langweiligen, mopsigen, öden, farbarmen, unsagbar lächerlichen und vollkommen peinlichen Zeichenstil abgesehen, finde ich es bemerkenswert, dass He-Man so tolle Vorwärtsrollen in Zeitlupe schlagen kann und Skeletor scheinbar am Ende jeder Folge mit heiterer Tuckenstimme seine Rache spätestens für die nächste Episode ankündigt. All das erinnerte mich irgendwie an »Das ist ein Laser! Er strahlt pure Antimaterie aus!«, bloß ohne Strapse. Und da heißt es, dass die nächste Generation durch die Teletubbies verblödet - uns ging es nicht besser, nur dass damals Comic-Gewalt noch okay war.

Ich bin stinkig: Was zum Teufel habe ich dem Gott der Wahl getan, dass er mich mit einem Rechner straft, dem alle zwei Wochen neue unheilbare Krankheiten einfallen? Start -> Scandisk -> Bluescreen, der sich nicht beseitigen, umgehen oder irgendwie austricksen lässt. Natürlich all das mit dem Wissen im Hinterkopf, dass der Kompjuter am Freitag noch anstandslos schnurrte, und ich nicht davon ausgehe, dass während meiner Abwesenheit böse Menschen durchs Fenster gestiegen sind, die nichts besseres zu tun haben, als irre kichernd meine Platte umzujumpern. Nicht mal der abgesicherte Modus funktioniert, und das bei XP. Den Anruf bei der Microsoft-Hotline erspare ich mir aus Haarverlust-Gründen; lieber gleich 'ne Reparatur-Installation. Versauter Abend, ich komme..

Ich bin verblüfft: Beim gestrigen Autofüllen an der Aral aufgeschnappt: 73 Cent eines vertankten Euros gehen nur für Steuern drauf. Respekt. Ich wollte schon lange wissen, wohin all mein überflüssiges Geld fließt.

Froschi

Freitag, 27. Juni 2003, 12.07 Uhr

Ich bin müde: Warum zum Henker stehe ich eigentlich jeden zweiten Morgen eher auf, um Texte zu schreiben, wo es doch im Büro fast genauso gut geht? Warum dieser Hang zur Selbstgeißelung? Jetzt sitze ich wieder hier und pumpe mir Kaffee in die Venen, nur um feststellen zu müssen, dass draußen erstaunlich gutes Wetter ist.

Ich bin genervt: Misthase! Pelziger Nervtot! Und immer noch nicht dick genug um einen vernünftigen Braten abzugeben. Mistviech, Mistviech, Mistviech! Hintergrund: Habe Godzilla heute morgen gereinigt, woraufhin er die Gelegenheit zur Flucht unter das Sofa ergriff. Natürlich mit konsequenter und zeitaufwändiger Verweigerung der Rückkehr in sein frisch geschrubbtes Zuhause. Mann, kann der stur sein.

Erkenntnis des Tages: Der Freitag sollte als Arbeitstag abgeschafft, und übergangslos in die Definition von »Wochenende« integriert werden. Wer will am Freitag denn schon arbeiten? Andererseits: Wer will jemals schon so richtig arbeiten?
Wir jedenfalls zischen nachher nach Gera, zum Abi-Ball von Michi und Nadine. Ich soll da »Über den Wolken« auf der E spielen. Könnte nicht das beschissenste aller Wochenenden werden.

Froschi

Donnerstag, 26. Juni 2003, 13.48 Uhr

Ich bin satt: Kartoffeln mit Curry-Ketchup sind entgegen landläufiger Meinung sehr köstlich, wenn heiß. Kalt auch nicht schlecht, aber ohne Coolness-Bonus. Auch wenn das irgendwie ein Paradoxon ist.

Ich bin gestresst: Der Spiele-Scherbenhaufen der letzten Wochen und Monate lässt sich langsam zusammenkehren, trotzdem schafft es immer wieder ein Vertreter der schlechten Seite der Menschheit, mir in einem laschen Augenblick Software unterzuschieben, die ich nicht will. Die ich ganz und gar nicht will. Man stelle sich das so vor, als würde man einem Schneemann Feuer anbieten. Ich brauche Urlaub.

Erkenntnis des Tages: Ventilatoren sterben immer dann, wenn man sie am Nötigsten braucht. Vermutlich ist das mit allen Dingen so, um die Entropie des Universums auf einem konstant hohen Level zu halten. Mein Ventilator, Gott hab ihn selig, zuckte gestern hilflos, als ich ihn sanft aktivieren wollte. Die oben erwähnten Höchstleistungen waren wohl der steinbefeuchtende letzte Tropfen. Ich mußte ihm beim Sterben zusehen.. ein letztes Surren.. ein verzweifelter kraftloser Akt der treusorgenden Erfüllung seiner Pflicht.. und dann der gleichwohl schmerzliche wie unabänderliche Exitus. Die letztmalig noch wirksame Wiederbelebungsmethode (paarmal draufhauen) hat dieses Mal versagt.. zum Teufel mit der Apparate- und Pillen-Medizin, wo ist der Ventilator-Heilpraktiker, wenn man ihn braucht?

Froschi

Montag, 23. Juni 2003, 13.03 Uhr

Ich bin glücklich: Der neue Harry Potter ist Samstag in den richtigen Händen gelandet - meinen. Er ist spannend. Er ist witzig. Er ist dick. Er ist wie ich. Seite 195 ist mein momentaner Aufenthaltsort. Noch ist keiner gestorben, jedenfalls nicht wirklich, dank eines Vollidioten im PCX weiß ich aber schon, wer es sein wird. Ich hasse Leute, die einem unbedingt vorher irgendwelche Dinge verspoilern wollen, die man aus ihrem Mund nicht mal ansatzweise vernehmen will. Manchmal finde ich es schade, dass Folter verboten ist. Was spricht gegen eine heilsame Elektroschocktherapie mit intravenös verabreichten fleischfressenden Ameisen?

Ich bin verwirrt: Mein Magen grummelt, aber ich verspüre keinen Hunger. Der Ventilator vollbringt nie geahnte Höchstleistungen, aber ich schwitze. Mein Schwager in spe samt Freundin schafft das Abitur recht gut, aber der Rest von Deutschland verblödet zunehmends (siehe hier). Was ist nur los mit dieser Welt? Kann sie sich nicht für eine Drehrichtung entscheiden?

Erkenntnis des Tages: Tschernobyl hatte auch positive Nebeneffekte. Mal abgesehen von möglicherweise grandiosen Shootern wie STALKER bescherte mir der zappelnde Reaktor preiswerten Blumenkohl in Medizinball-Größe. Dinge, die mich satt machen.

Froschi