..so ist das..

(Froschis Welt. Garantiert Weidenkätzchen-frei.)

Sonntag, 31. August 2003, 10.34 Uhr

Ich bin wach: Alle schlummern den Schlaf des Gerechten, nur ich bin mal wieder seit einer Stunde munter wie der frühe Wurm - argh! Gestern war offizieller wir-saufen-uns-die-Hucke-zu-und-schauen-merkwürdige-Filme-an-Abend, wobei Peg und ich tatkräftige Unterstützung von Michi und Nadine bekamen. Doch selbst ein gewisser Heiterkeits-Pegel konnte uns nicht davon ablenken, dass »Deep in the Woods« eine strunzlangweilige Froschfresser-Variante von »Ich weiß, warum letzten Sommer die Lämmer geschwiegen haben« ist - Gott, war der öde! Aber hier noch mein offizieller Ablach-Tipp: »Ali G Indahouse«. Sauuuuuugeil! Aber nur im Original. Mola muss man sich nicht wirklich geben. Schon gar nicht anderthalb Stunden lang.

Ich tanze vor Glück! Es gibt gewisse Investitionen, vor denen scheut man sich im ersten Moment: »Brauche ich das wirklich? Kostet ja Geld. Sollte ich das nicht anderweitig benutzen? Hmmm.« und so. Aber wenn man das Produkt dann erst mal in den eigenen Händen hält, fallen alle Zweifel wie Haare vom Kopf und man ist sich schlagartig sicher, dass sich der monetäre Einsatz gelohnt hat. So war es bei mir beispielsweise beim Discman oder beim DVD-Player. Und jetzt bei der WarCraft 3 Collectors Edition! Ich bin normalerweise kein Sammler dieser Staubfänger, die man einmal bewundert, und dann gedankenlos in einer Ecke verschimmeln lässt. Außerdem hatte ich WarCraft 3 schon. Aber diese grenzgeniale Box, die darüber hinaus für extrem wenig Geld von des Verkäufers Theke in meine Hände glitt* , mußte ich einfach haben: geile DVD, geiler Soundtrack, vollkommen geiles Artbook, mördermäßiges Anleitungsbuch, und das Spiel ist auch drin. Toll. So soll es sein.

Ich bin leicht melancholisch: Jetzt ist der August auch schon vorbei. Der stressigste Monat im Jahr. Und irgendwie ein Zeichen dafür, dass sich auch 2003 schon wieder gen Ende neigt. Schon verrückt, wie schnell die Zeit irgendwie vergeht. Ich vermute, dass man als Kind so Zeitdilatation-mäßig in einer Art Raum-Zeit-Anomalie gefangen ist, aus der man erst rauskommt, sobald man einen Job hat. Deswegen gründe ich hiermit die Initiative »Lichtgeschwindigkeit für alle!«, zwecks Zeitersparnis. Schirmherr und Mitgliedsbeitragskassierer bin ich.

* Nun ja, zugegebenermaßen stimmt das so nicht ganz. Dazwischen war noch Michi, der als Bote diente, und im Zweifelsfalle seines Kopfes entledigt werden würde. Tradition ist Tradition.

Froschi

Freitag, 29. August 2003, 14.12 Uhr

Es regnet, es regnet.. ..die Erde wird nass! Wer hätte das gedacht? Da muss aber jemand ausdauernd getanzt haben - die gestern erwähnte Wette ist damit wohl endgültig im Eimer. Nun ja. Da scheint es doch wirklich so, als könnten wir für einen Moment die durch monatelanges Schwitzrackern wohlverdiente Abkühlung doch noch bekommen. Natürlich gilt nach wie vor: wenn's kommt, dann richtig. Das würde zumindest erklären, wieso wir heute irgendwann mitten in der Nacht aufstehen, und die Fenster sichern mussten - von Sturm und Wind und bodennahem Orkan hat keiner was gesagt. Irgendwie wird das hier nix mehr mit dem Wetter. Zumindest finde ich es bemerkenswert, wie der diesjährige Sommer es geschafft hat, mein sonst so sonnenfreudiges Gemüt in Richtung »sehnsüchtig erwarteter Winter« zu lenken. Freue mich schon fast auf's Schneemannbasteln und fremde-Leute-mit-Matsch-garnieren. Aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit. Und wehe, mir begegnet in Bulgarien auch nur ein verirrter Regentropfen!!

Froschi

Donnerstag, 28. August 2003, 16.46 Uhr

Ich schwinge die Hufe: Jetzt ist es tatsächlich beschlossene Sache: wir machen einen Tanzkurz. Schon bald nach dem Urlaub. Das wird eine heikle Sache: einerseits bin ich natürlich voller Freude darüber, Peg mal ganz adäquat zum Schunkeln einladen zu können, andererseits brennt natürlich die Furcht in mir, dass sich eventuell mein autodidaktisch angeeigneter Disco-zappel-schwing-hüpf-rotier-Stil verschlechtern, oder gar durch sinnvolle und geordnete Bewegungen vollkommen ausgelöscht werden könnte. Das sind harsche Aussichten, meine Damen und Herren. Knifflig, knifflig. Aber immerhin machen Nathalie und Gerry auch mit, so haben wir dann wenigstens ein Rudel Leute für einen gepflegten Squaredance. Auf der Tanzmatte. Mit Britney's Dance Beat. Huiiiii!

Ich bin ein Wetterfrosch: Gut, ich habe mit Peg gewettet, dass das Wetter über's Wochenende schön bleibt. Aber das eigentlich nur aus der Verzweiflung heraus, dass ich immer noch nicht so recht braun bin, und den Optimismus immer noch nicht so richtig sein lassen kann. Aber im tiefsten Inneren hoffe ich doch irgendwo, dass jetzt endlich mal kilometerdicke Wolken aufziehen, und uns endlich mal zwei Wochen lang zuschütten. Das hätte zwei Vorteile: 1.) könnte ich endlich wieder vernünftig schlafen, ohne die Umgebung zuzutranspirieren und 2.) würden unsere Agrarier in Lobgesänge ausbrechen, alles würde wieder billiger, wir könnten die USA kaufen, und Schorsch Dabbeljuh endlich zum Kloputzer machen. Also: führt fleißig weiter Regentänze auf, irgendwann muss sich das bezahlt machen. Auch wenn ich dann dafür dank verlorener Wette im Flugzeug nicht am Fenster sitzen darf. Dieses Opfer leiste ich gern.

Froschi

Mittwoch, 27. August 2003, 11.21 Uhr

Ich bin betäubt: Ich bin neuem Wissen nie abgeneigt. Deswegen weiß ich auch so viel über Aortenaneurysmen und Pyramidenkuchen. Auf der Suche nach neuen Nutzerfahrungen durchstreife ich natürlich auch das Internet. Dabei ist mir eines aufgefallen: pubertierende Mädchen haben eine eigene Sprache. Natürlich findet sich hin und wieder das eine oder andere bekannte Wort wie "und" oder "Wurst" im Wortschatz der Papageienschaukeln-am-Ohr-Trägerinnen, doch das Gros der üblichen, mit allerlei blinkenden Icons, aberwitzigen GIF-Animationen, Explorer-vermüllenden Java-Applets und zeitraubenden Javascripts versehenen web.de-Homepage-Kit-Großtaten besteht aus einer Buchstaben-Kakophonie, die selbst ein begnadeter Kryptologe nur schwerlich zu übersetzen imstande wäre - und dabei rede ich jetzt nicht von der allgegenwärtigen Vergewaltigung gängiger Rechtschreibregeln. Ich vermute einfach, dass ein gruppenspezifisches Pflichtgefühl existiert, das folgende oder ähnliche Codes fabriziert: *g*, *ggg*, *huggel*, *knuddel*, *hdgdl* oder *knutsch*; nicht zu vergessen meinen absoluten Favoriten *hdgdsewvunvml*. Außerdem scheint es Vorschrift zu sein, jeden zweiten Satz mit einem Smilie zu ergänzen, idealerweise natürlich als Grafik, nicht als ASCII-Schrift. Als Fahnenträger der alten Klischee-Verfechter könnte ich natürlich alles auf die Degeneration alter Werte, den damit verbundenen Alkohol-Konsum der Bälger und das daraus resultierende Klarsprech-Unvermögen schieben. Aber das tut man ja nicht. Jedenfalls momentan nicht. Deswegen halte ich mich lieber an die gu+E @l+E |\|3R|)-5pr@c|-|3, und lächle wissend. Bezüglich Aortenaneurysmen. Natürlich. Hach. Manchmal brauche ich das einfach.

Ich brauche Mitleid: Mein Rechner ist Teufelswerk. Dass der mitten in einer geilen Session Hero Defense abstürzen muss, kann kein Zufall sein. Hiermit setze ich ein Kopfgeld im Wert eines McRib-Maxi-Menüs auf den Sarkasmusgott aus, tot oder lebendig. Wobei mir lebendig lieber wäre, um meine Schadenfreude-Neigungen korrekt ausleben zu können. Vielen Dank und Waidmanns Heil!

Froschi

Montag, 25. August 2003, 11.20 Uhr

Ich bin zurück: Kautzhalliland's Weltheilungstour 2003 ist endlich vollendet, das Übel ist überstanden. 2569 aufregende Kilometer auf Deutschlands Vorzeigeautobahnen und zurecht verschwiegenen Landstraßen. Natürlich erwischten wir an der Ostsee genau die drei Tage, an denen sich das Wetter nach zwei langen Sonnenmonaten zu penetranten Regenschauern entschloss. Natürlich war die Stau-Umleitung auf dem Weg nach Leipzig locker genau so lang wie der Stau selbst. Natürlich lief auf allen Radiostationen ausnahmlos dasselbe, was Nachrichten und Musik anging. Natürlich war die Games Convention mit allerlei Arbeit verbunden. Natürlich hat die Digicam ums Verrecken nicht funktioniert. Aber dennoch: wir hatten wahnsinnig viel Spaß, das Konzert war erwartungsgemäß der Hammer, die Fahrten im Nachhinein gar nicht so schlimm. Trotzdem ist es immer eine gute Sache zuhause anzukommen, und die Wohnung noch an einem Stück wiederzufinden. Was selbstverständlich auch die obligatorische Überraschung bereithält: Mein Rechner spinnt schon wieder rum. Ich hasse ihn dafür.

Ick bin een Mecklenbourg-Vorpommer: Ich habe einen Traum. Ich möchte in einem Bundesland leben, in dem Orte Namen wie Kinnbackenhagen oder Muuks tragen können, und Straßen tatsächlich Mückenstich oder Inspektorengang heißen dürfen. Ich möchte in einem Bundesland leben, in dem das Straßenschild »Belagwechsel« wirklich den Übergang von Asphalt zu prähistorischen Geröllbrocken prophezeit. Das wäre schön. Wenn es dort nur nicht so viele Mücken gäbe.. brrrrr..

Ich bin voller Fell: Godzilla ist zurück, Godzilla ist zurück! Unser hauseigenes Raubkuscheltier dreht seine Runden endlich wieder in heimatlichen Gefilden, nachdem der Kleene die letzten drei Wochen aufgrund Steffi H.'s akuter Unverträglichkeit bei Michi und Nadine verbringen mußte, und sich dort nicht ein Mal freiwillig rausgetraut hat. Schlimm. Gestern abend hat er wieder. Durfte sich ordentlich austoben; wir haben ihm sogar kurzzeitig ein Tischbein als Nageobjekt zur Verfügung gestellt, nur der Übung wegen. Flink wie ein Rubbelblitz. Toll. Wird bestimmt nicht lange dauern, bis er mir wieder auf'n Wecker geht.

Grußwort des Tages: Einen lieben Gruß, herzlichen Dank und sonstige Plattitüden in Richtung cooler Presseschergen der GC, grandioser Komponisten und Hersteller von unnützen, aber doch irgendwie praktischen Werbegeschenken - ihr habt diese Tage erträglich gemacht. Natürlich auch Lobgesänge in Richtung Mario, Kathrin, Moni, Peter, Doreen, Steffen und alle anderen, die uns ein wärmendes Heim darboten. Schmidtie, die olle Hippe, möge sich gleichsam geknuddelt wie verdammt fühlen, da sie freiwillig auf eine ausgesprochen witzige Party verzichtet hat. Und natürlich die wärmsten Salbungen in Richtung Peg, der ich außerdem den Titel »beste Sekretöse der Welt« verleihe, weil sie die ganzen sinnlosen Stichworte niederschreiben mußte, die mir während der Fahrt so eingefallen sind. Ich brauche ein Diktiergerät. Dringend. Sonst wird das nie was mit dem Buch.

Froschi

Donnerstag, 14. August 2003, 11.07 Uhr

Ich lächle wissend: Wie wir alle wissen, war es die letzten Tage nicht direkt kalt und übermäßig feucht. Darauf können wir uns vermutlich einigen. Und unser Aufbruch zur Weltheilungstour 2003 steht unmittelbar bevor (noch ca. eine Stunde voller Kofferpacken, Dinge ausdrucken und VCR wegen ER programmieren). Und natürlich fängt es just an vom Himmel zu pladdern - weil ich ja wahnsinnig gerne bei Regen Autobahn fahre. ARGH!! Ich vermutete natürlich, dass mir der Sarkasmus-Gott irgendwie immer einen Schritt voraus ist, aber ich hatte keine Ahnung, dass er stets genau weiß wo ich hinwill, und dort geduldig auf mich wartet.

Ich bin abwesend: Alsdenn wünsche ich dem Großteil der Menschheit eine beruhigte Zeit und möglichst angenehme Arbeit - damit Ihr nicht vor Neid platzt, während ich in den kühlen Fluten der Ostsee »Loveboat« nachstelle. Hach. Das wird schön. Wenn doch nur schon morgen wäre. Dann wäre allerdings heute gestern, und mein Leben um einen Tag kürzer. Da ich als Raucher eh schon einen verkürzten Kalender mein eigen nenne, wäre das also gleichermaßen nutzneutral wie kontraproduktiv. Also nehme ich doch lieber die 900odersokm-Fahrt in Kauf und hoffe, dass mir keine Nervtöter auf der Autobahn über den Weg rollen. Ich bin dann am 24. wieder zu lesen, sofern mir nicht die Hände abfallen oder Gott mich geplättet hat, was er allerdings schon eine Weile plant. Wir werden sehen.

Froschi

Dienstag, 12. August 2003, 19.17 Uhr

Ich habe Würmer: Und viele andere Zeitgenossen scheinbar auch. Deswegen leiste ich großzügig Abhilfe: Falls Euer System seit Neuestem beim Verbinden mit dem Internet Dinge wie »System muss neu gestartet werden. Das geschieht in xx Sekunden.« von sich gibt, und dabei dem User respektlos ins Gesicht hohnlacht, gehört Ihr auch zur Bruderschaft der Verseuchten. Informationen über den wirbellosen Mikroorganismus gibt's hier, den Patch zur Plagenbeseitigung ziemlich genau da. Lästiges kleines Luder.

Ich bin gesegnet: Es nahen viele Bilder - jucheijuchei! Mal schaun, vielleicht komme ich morgen noch dazu, den Sack merkwürdiger Gesichter einzubinden. Wenn nicht, droht das Unheil nach dem Sozusagen-Urlaub. Und gleich gibt's Nahrung. Deswegen wunderschönen guten Abend und Mahlzeit. Bin nämlich der Hungrige.

Froschi

Montag, 11. August 2003, 11.04 Uhr

Ich bin alt: Und jetzt alle gemeinsam: Hääppi Bööörfdäi tuu miiii, Hääppi Bööörfdäi tuuuu miiii, Hääppi Bööörfdäi, trink 'nen Kaffeeee, Hääppi Bööörfdäi tuu miiiiiii. Bin 27. Brrr..

Ich bin eifrig: Vielerlei Dinge müssen vorbereitet werden, von denen ich sicher bin, mindestens die Hälfte zu vergessen. Alle 10 Mio. GC-Termine sind gemacht, alle Einladungen bestätigt, alle Akkus geladen. Aber irgendwie werde ich das bohrende Gefühl nicht los, etwas wahnsinnig Wichtiges so rigoros verdrängt zu haben, dass ich zum exakt gewählten Zeitpunkt buchstäblich mit runtergelassener Hose dastehen werde. Um Paranoia zu vermeiden, packe ich also besser weitere Beinkleider ein. Auf jeden Fall geht Kautzhallilands Weltheilungstour 2003 am Donnerstag los. Juchei!

Froschi

Freitag, 08. August 2003, 14.45 Uhr

Ich bin Geschichtsforscher: habe gerade ein kulturhistorisch wertvolles Fragment meiner Redakteurslaufbahn ausgegraben, inklusive grandiosem Wie-geht-das-hier-?-Netscape-Composer-Layout: die Codemasters-Pressetour an den Gardasee, Mai 1999. Und mit einem Mal kommen all die kleinen lustigen Erinnerungen von damals wieder hoch.. lebensgefährliche Bergabfahrten.. ungewollte, aber höchst dramatisch wirkende Endos dank verwechselter Bremse.. mehr Haare.. hachja. Kuckt selbst - originalgetreu, wie ich es damals in den P233 mit Voodoo1 gehackt habe..

damals noch jung und unverbraucht..

P.S: Ich fand meine blonden Haare toll.. aber versuch das mal einer Frau beizubiegen.. jeijeijei..
P.P.S: Schönes Spiel übrigens, um das es damals ging: »No Fear Downhill Mountainbiking«. War wohl aber an der Playstation ein mittelschwerer Flop, so dass die fast fertige PC-Version nie erschien. Schande.
P.P.P.S: Habe ich damals wirklich Wörter wie »auweia« verwendet?

Froschi

Mittwoch, 06. August 2003, 13.37 Uhr

Ein Geistesblitz, ein Geistesblitz: Durch harte Selbstexperimente an der Grenze des menschlich Machbaren habe ich in den letzten Tagen/Wochen eine ebenso einfache wie verblüffende Theorie zur bajuwarischen Sprachgeschichte zum Leben erweckt: dieser Dialekt entstand im Suff! Das ist vollkommen logisch und von jedem leicht nachvollziehbar: trinket reichlich Alkohol (im Idealfall Weißbier, um in die richtige Stimmung zu geraten), und versucht dann normale Worte zu artikulieren - die bleierne Zunge wird immer blau-weiße Töne von sich geben. Das ist toll! »Heee.. soagamol, weam gheert der Pooooschä? Mei, des muaß oa Saupreiß sa.. eeeeeeee..«. Toll.

Ich bin aus Butter: Erstaunlicherweise ist es auch in diesem Teil Deutschlands nicht direkt unwarm. Was für mich natürlich kein Grund ist, die langen Hosen daheim, und etwas kürzeres/kniebetonenderes am Bein zu lassen. Damit fangen wir gar nicht an. Wenn hier die nächsten Tage nix mehr steht, bin ich zerschmolzen.

Ich bin taub: Es gibt gewisse eherne Gesetze des Universums. Zum Beispiel, dass Frauenhände und Kreditkarten bei Kontakt verschmelzen. Oder dass Ventilatoren immer dann sterben, wenn das Thermometer zu brodeln beginnt. Eine weitere unbeugbare Regel verlautet da: Kinder können nicht singen. Sie schreien, sie brüllen, sie krächzen. Aber sie singen nicht. Das ist biologisch bedingt. Und hat sicherlich auch was mit Drüsen zu tun. Ausnahmen wie die Thomaner erfüllen bestimmte Sonderbedingungen (frühkindliche rituelle Kastration durch geweihten Piranha, vermute ich), vermögen die Regel aber nicht zu brechen. SAT1 versucht es trotzdem, und hetzt mir die sieben besagten Plagen in Form zweier Wänster an den Hals: Potter jun., die geile Drecksau aus der 4A, der endlich Mädchen auf eine Brause einladen darf, ohne von ihnen ausgelacht zu werden, und natürlich Li'l Li'l Bow-Wow, der wirklich beeindruckend rappt:

Nau dis lucks leik e schobfor mi
so ewibadi, schis follo mi
goswi nid e lidl kontrowersi,
gosid fiels so emmpi wifaut miii!

Gekrönt von der Mimik eines überfahrenen Steins und der anspruchsvollen Gestik eines Arme-verschränkenden Anakin Skywalker zeigt mir dieser Rap-Superheld, dass die heutige Kindheit traurig und rotzlangweilig sein muss. Ein Trost ist irgendwie, dass die beiden eine echt schwere Schulzeit haben müssen, und vermutlich jeden Tag vom zuständigen Schulbully durch den Fleischwolf gedreht werden. Im Endeffekt also irgendwie bemitleidenswert, und hoffentlich genauso schnell verdrängte Geschichte wie es aufgezwungene Gegenwart geworden ist.

Froschi

Montag, 04. August 2003, 10.41 Uhr

Ich bin für die Frauenbewegung: Heute morgen, Münchner Prä-Kaffee-Verkehr. Enge, wirklich enge Straße, die schon zu beiden Seiten zugeparkt ist, so dass bestenfalls zwei sehr schlanke Autos aneinander vorbeifahren können. Ich biege ein, und bremse abrupt: vor mir ein alter 3er, der mitten, und ich meine wirklich mitten auf der Straße steht. Einfach so, ohne Lebenszeichen. Ich hupe. Keine Reaktion. Ich hupe erneut, jetzt etwas energischer, um meinen Argumentationsstandpunkt zu verdeutlichen. Fenster geht runter, eine sonnenbebrillte Brünette mittleren Alters steckt den Kopf raus und brüllt mir »Ich will in den Parkplatz!!!!« entgegen. Welcher Parkplatz? Achsooo, der, den sie konsequent verdeckt. Hinter mir mittlerweile drei weitere Autos, alle hupend. Kopf kommt wieder raus, selber Spruch, diesmal etwas hysterischer. Schönes Echo von den Wänden. Gute 2 Minuten später glückt der Einparkvorgang. Ich fahre vorbei, werfe ihr mein schönstes Grinsen entgegen und freue mich, wieder einen Beitrag zu einem Magengeschwür geleistet zu haben. Und das nächste mal lasse ich ihr eine Kopie von »Wie betätige ich einen Blinker?« zukommen - das hat sie nämlich bis zum Ende nicht hinbekommen. Ach ja, München am Morgen..

Froschi

Sonntag, 03. August 2003, 20.05 Uhr

Ich bin fleißig wie die Biene: So, wieder mal allerhand gemacht, während meine Haut lustig rötet und Peg grunzt: das Menü ist bei kleineren Auflösungen nicht mehr zerhackstückt, ein Archiv ist eingerichtet, ein Haufen Kleinkram (der entgegen seiner winzigen Natur verblüffend viel Korrekturzeit in Anspruch nimmt) ist erledigt. Außerdem ziert ein neues Motto-Bild die Page, wodurch sie offiziell eröffnet ist. Toll, oder? Nicht dass das einen Unterschied machen würde. Ich benötige jetzt nur noch ein paar Javascript-Kenntnisse, damit ich mit atemstoppenden 2-Frames-Tricks protzen kann. Bald, ja bald wird man mich den Copperfield des WWW nennen.. hm, apropos: hat man von dem eigentlich mal wieder was gehört, seitdem er sich die Schiffer vom Halse gezaubert hat?

Froschi

Samstag, 02. August 2003, 21.14 Uhr

Ich bin tot: Gott segne den GBA SP. Ohne den wäre eine Zugfahrt nach Hamburg unerträglich. Freenet-Party Wahnsinn: mehr als 400 Leute, die einfach die ganze Nacht (und den Nachmittag davor) Spaß, eine gute Zeit, Spaß und vor allem Spaß haben. Unglaublich. Hatte Déjà-Vu-Erlebnis: traf verschollenen Zwilling von Ivonne, die ihrem Ebenbild buchstäblich aufs Haar glich. Trank viel Wodka-schlagmichtot, aß leckeren Grillstuff. Durfte für's (wirklich unbeabsichtigte!) 2-Sekunden-Pornokanal-Zappen 12.50 Euro blechen. Und ich habe zwei Dinge festgestellt:

1.) Mehr als zwei Stunden Schlaf sind unnötig und überbewertet.
2.) Ich hasse Kinder. Es ist nicht so, dass ich sie nicht mag - ich hasse sie. Wie die Pest.

Lange Zugfahrt von Hamburg nach München. Wenig Schlaf. Kein Weiterkommen bei Zelda. Und dann stürmen 3-5 dieser Monster mit Hummeln im Arsch stun-den-lang um mich herum, wobei ich zu schwach war, mein Bein im regelmäßigen Rhythmus auszustrecken. Bemerkenswert: der kleine, 8 Jahre alte Hannes las schlechter als der durchschnittliche Kindergarteninsasse, konnte aber vielerlei Fernsehwerbung fehlerfrei rezitieren. Sollte da jemand die falschen Erziehungsprioritäten gesetzt haben? Ich war bereit zu töten. Zwei Dinge hielten mich davon ab: Discman mit lauter, wundervoller Musik und wohlige Gedanken an die schweinegeile Party.

Froschi